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Klaus Caspers wird 1940 in Regensburg geboren. Nach dem Abitur geht er nach München, um dort neben Philosophie und Pädagogik,  Malerei bei Xaver Fuhr an der Akademie der schönen Künste zu studieren. Zum Teil  finanziert er sein Studium mit seiner zweiten großen Leidenschaft, der Musik. Vor allem in Jazzbands spielt er  Contrabass und E-Bass.  Aber auch ans Piano setzt er sich oft. Eines, wie er selbst sagt, „der faszinierendsten Instrumente, das ich lange und sehr gerne gespielt habe“.  In seiner künstlerischen Arbeit wird es sich wie ein roter Faden in Form von Lithographien, Skulpturen, Zeichnungen und Installationen in Zukunft immer wieder finden. Doch zunächst begründet er in München das „Team ´67“ mit. Eine interdisziplinäre Gruppe von Künstlern, die mit Happenings, Environments und Aktionen in Deutschland (Münchner Haus Der Kunst, Museum of Modern Art, Hochschule Für Musik) und in Dänemark für Aufsehen sorgt.  Damals stellt er erstmals eigene Werke in Gruppenausstellungen mit aus. 1968 kehrt er wieder nach Regensburg zurück und mietet im März desselben Jahres zentral gelegene Räume am Haidplatz an, direkt im historischen Gebäude einer ehemaligen Patrizierburg, dem Goldenen Kreuz. Sie werden ihm ein Leben lang als Atelier und Zentrum seiner Arbeit dienen.  Mit Beginn der 70er Jahre widmet er sich der Kunst am Bau und arbeitet innenarchitektonisch mit einem Architektur- und Planungsbüro, das er 1971 gründet. Auch kulturpolitisch wird er aktiv. Zusammen mit Gleichgesinnten, die sich im Verein „Freunde der Altstadt“ zusammen tun,  ist er einer der Hauptinitiatoren einer deutschen Neuerung: dem „Bürgerfest“. Es findet 1973 zum ersten Mal statt. Hauptziel ist es, den Regensburger Bürgern  einen Blick auf bislang unbekannte Seiten und einen neuen, vielschichtigen Zugang zu ihrer Stadt zu eröffnen. Die Hinterhöfe werden über diese Tage für Flohmärkte und Konzerte geöffnet, die halbe Stadt wird zum Biergarten und Treffpunkt mit zahlreichen kulturellen Aktionen, Konzerten und eigens organisierten Veranstaltungen. Das Bürgerfest wird zu einem so riesigen Erfolg, dass es seither alle zwei Jahre wiederholt wird. Unter all der Initiative hat die künstlerische Arbeit zu leiden. Sie kommt lange Zeit zu kurz. Bis sie Klaus Caspers ab 1978 wieder konsequent aufnimmt.   Er entdeckt Industriestahl für sich als Medium und verwirklicht seither zahlreiche Skulpturen, die bis zu 18 m Höhe messen. Wie viele Regensburger Künstler Anfang der 80er Jahre zieht es auch ihn oft in die Toscana, wo er sich von der einmaligen Landschaft zum Zeichnen und Malen inspirieren lässt. Oft sind die dort angefertigten Skizzen und Zeichnungen  Vorlagen für grössere Projekte, Gemälde und Skulpturen. Die Farbgebung der Werke ist seit dieser Zeit oft hell, leicht und pastellig.  Die 

 
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Werke tragen Namen wie „Tiger“, „Fliegender Elephant“, „Tänzer“ oder „Sonne, Mond und Sterne“. 1991 werden sie in einer großen Einzelausstellung im Oberpfälzer Künstlerhaus in der Kebbelvilla in Schwandorf umfassend vorgestellt.  Über die Neunziger Jahre folgen Bühnenbilder am Regensburger Theater und die Veranstaltungsreihe „Fest Im Fluß“. Bei der jährlich stattfindenden Veranstaltung wird, ähnlich dem Konzept des Bürgerfestes mit der Altstadt in den 70er Jahren, jetzt die Donau als Naherholungsgebiet den Regensburger Bürgern vorgestellt. Mehrere seiner 18m hohen Skulpturen stehen während einer Ausstellung des Deutschen Museums in München zum Thema Eisen und Stahl an der Isarpromenade auf der Museumsinsel.  Mit dem befreundeten Künstler  Ludwig Bäuml teilt er sich über die Jahre mehrere Ateliers. Jjetzt ist es  eine ehemalige Getreidemühle im bayerischen Heizenhofen, die beide 2007 in einer Art Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit zugänglich machen um, wie Caspers in einem Interview sagt „ zu zeigen wie Künstler arbeiten“ und die Einmaligkeit dieser Location ins Licht zu rücken. Im Februar / März 2011 feiert eine grosse Gesamtausstelllung in mehreren Räumen des Patrizierturms Goldenes Kreuz am Haidplatz 43 Jahre künstlerisches Schaffen und das Bestehemn des Ateliers in den Räumlichkeiten im Stadtzentrum. Klaus Caspers erhält am 9. Juli 2018 des Kulturpreis der Stadt Regensburg.

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